Kirgisistan

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Rinat Dzhanaliev, Elmira Khasanova, Timur Khasanov, Nellie Dagazieva und Aliya Madilova haben in Karakol, im Osten Kirgisistans den Verein "Dream - Giving Hope for Children" gegründet. Zielsetzung des Vereins ist es Kindern mit Behinderungen zu ermöglichen am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Kirgistan ist ein sehr armes Land. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor fast zwanzig Jahren hat sich die wirtschaftliche Situation für die meisten Menschen dort zunehmend verschlechtert. Es scheint auch, dass von den wenigen internationalen Hilfsgeldern nur ein kleiner Teil die Gebiete außerhalb der Hauptstadt Bishkek erreicht. Für behinderte Menschen gibt es im Land kaum Angebote. Unsere Projektpartnerin Elmira Khasanova berichtete uns, dass sie viele Kinder kannte, die wegen ihrer Behinderung praktisch nie die Wohnung verlassen konnten. Nicht alle besitzen einen Rollstuhl. Da es kaum behindertengerechte Fahrzeuge gibt, erweist sich auch die Fortbewegung außerhalb der Wohnung als schwierig.

Thomas Hötte von AR bereiste 2002 Kirgisistan. Auf einer weiteren Reise konnte er den gebrauchten Rollstuhl unseres AR-Spenders Jürgen Opel aus Deutschland dorthin mitnehmen. Von seiner Reise 2005 berichtete er:

"Ende März, es war der Abend der Tulpenrevolution in Kirgistan, traf ich erstmalig Elmira Khassanova und ihren Cousin Rinat in Almaty in Kasachstan. Ich befand mich auf einer Reise durch Kasachstan und konnte so den Rollstuhl persönlich an Rinat übergeben. Welche Freude!



Unsere kirgisischen Freunde hatten eine lange, mühsame und wegen der Revolutionswirren auch nicht ganz ungefährliche Reise hinter sich und mussten sich noch in der Nacht wieder auf den Rückweg machen. Bei einem gemeinsamen Abendessen sprach Rinat über die fehlenden Möglichkeiten für Behinderte in seiner Heimat. Mir war noch von einem Aufenthalt in Kirgistan vor drei Jahren im Gedächtnis, dass ich im Straßenbild nie behinderte Menschen wahrgenommen hatte. Zusammen überlegten wir, ob es Möglichkeiten gäbe, behinderte Menschen aus ihrer gesellschaftlichen Isolation herauszuholen."

Seit diesem Abendessen 2005 in Almaty ist viel geschehen. Unsere kirgisischen Projektpartner des neugegründeten Vereins "Dream - Giving Hope for Children" konnten in der Stadt Karakol mit unserer Hilfe einen kleinen Behindertentreff aufbauen. In den Jahren 2006 und 2007 hat Aktion Regelmässig für diesen Behindertentreff jeweils 2.000 Euro zur Verfügung gestellt. Unsere Projektpartner nutzten dieses Geld zum Kauf von Computern. Die behinderten Kinder werden dort angeleitet sich Kompetenzen im Umgang mit Computer und Internet anzueignen. In einem armen Land wie Kirgistan gehört der Computer für den überwiegenden Teil der Bevölkerung nicht zum Alltag. Doch neben der Attraktivität dieses Freizeitangebotes erhöhen die erworbenen Computerkenntnisse die Chancen für diese Kinder später einmal einen Beruf zu finden.

Eines der Hauptziele des Vereins "Dream" ist es für bessere Chancen behinderter Kinder einzutreten. Es gibt auch einzelne Kinder, die wegen ihrer Behinderung nie eine Schule besuchen konnten und deshalb besonderer Förderung seitens der "Dream" Aktivisten bedürfen (Alphabetisierung).
in der Bildmitte: Elmira Khassanova
Im Mai 2009 hatten wir das Glück Elmira Khassanova, die sich für eine Fortbildung in Deutschland aufhielt, persönlich bei einem Treffen unserer Gruppe begrüssen zu können. Sie berichtete uns über die schwierige Lage in ihrer Heimat: "Nur wenige Menschen haben eine Arbeit und die Löhne sind sehr niedrig. Es ist die Eigenversorgung mit Gemüse, Obst und kleinen Mengen an Fleisch aus dem eigenen Garten, die vielen Menschen im Land das Überleben ermöglicht. In Karakol gab es im letzten Winter oft nur an wenigen Stunden Strom. Da in den meisten Wohnungen die Heizungen über Strom laufen, war es noch ein Glück im Unglück, dass der letzte Winter sehr mild ausfiel. Leider mussten die Aktivitäten im Behindertentreff wegen der fehlenden Heizmöglichkeiten im Winter ruhen." Weiterhin erzählte sie, dass die bisherigen Aktivitäten im Behindertentreff von den Kindern gut aufgenommen worden sind.

Ein Team von freiwilligen Helfern kümmert sich um die Betreuung. Der Verein sucht gerade größere Räumlichkeiten, um das Betreuungsangebot noch ausweiten zu können. In der Zukunft werden Gelder für die weitere Arbeit des Vereins benötigt: z.B. für Möbel, Schreibbedarf, ein Kopiergerät, weitere Computer und evtl. auch warme Winterkleidung. Vielleicht wird es uns auch irgendwann möglich sein bei der Finanzierung einer Heizung, sowie eines behindertengerechten Fahrzeugs helfen zu können.




 Seit 2003 gab Aktion Regelmässig 19.169,90 € für folgende Projekte nach Kirgisistan:

 2005-2016

18.008,65 € 

 Treffpunkt für behinderte Kinder und Jugendliche / Waisenhaus
 2005

163,70 € 

 Rollstuhlreparatur / -transport
 2003/2004

997,55 € 

 Bücher für die Universität Karakol

Aktuelle AR-Infos aus Kirgisistan:   Dezember 2012   Dezember 2009



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