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Juli 2018     


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Äthiopien

Schwester Inge zu Besuch

Ist es schon wieder drei Jahre her? Wir können es alle nicht ganz fassen, als sich Sr. Inge von den Missionsärztlichen Schwestern Äthiopien zum turnusmäßigen Besuch anmeldet. Und dann sitzt sie auch schon wieder unter uns. Diese kleine ältere Dame, die mit bedächtigen Worten aus Attat, dem Krankenhaus in Äthiopien, dass wir seit Jahren unterstützen, erzählt:

Nachdem Sr. Inge einen Film über den jetzt endgültig fertigen Neubau gezeigt hat, berichtet sie von den aktuellen Schwierigkeiten und Erfolgen. Bereits am Gebäude wird deutlich, dass sich in Attat einiges geändert hat: Es gibt jetzt jede Menge Schulungsräume, denn es kommen immer mehr Studenten von der Universität, die in Attat ausgebildet werden und hier dann von ihren Professoren Unterricht erhalten.

Eine weitere, langfristige Veränderung das Krankenhaus betreffend weiß Sr. Inge auch zu berichten: Inzwischen gilt das Attat Hospital dem Staat in vielen Punkten wohl als Vorbild. In Attat gibt es schon lange eine Art "Wartestation", in der Schwangere, bei denen eine Geburt mit Komplikationen erwartet wird, vor der Geburt wohnen können, um so auf jeden Fall im Krankenhaus zu sein, wenn es los geht. Eine solche Station möchte der Staat jetzt in jedem Krankenhaus einrichten. Aber auch die Gesundheitsvorsorge, die Attat seit Jahren in den umliegenden Dörfern betreibt, hat sich der Staat abgeguckt. Da strahlt Sr. Inge, dass das was sie und Sr. Rita geschaffen haben jetzt Vorbild für das ganze Land ist.

Aber Sr. Inge berichtet auch von einigen Schwierigkeiten: So verlangt der Staat für immer mehr Arbeitsplätze jetzt eine Art "Diplom", irgendeine Art von Ausbildung. Das ist Schade, denn die Missionsärztlichen Schwestern haben sich immer Mühe gegeben, auch viele ungelernte Kräfte einzustellen. So sitzt in der Apotheke ein blinder Mann, der die Tüten für die Medikamente faltet. Letztens hat allerdings jemand den Fehler gemacht und Karteikarten rum liegen lassen. Die hat er dann auch gefalten.

Bei Karteikarten rollt Sr. Inge die Augen: es müssen jetzt umfangreiche Dokumentationen angefertigt werden, jeder braucht eine Krankenakte, die alle aufbewahrt werden müssen.

Nach wie vor sind Personalkosten der größte Kostenposten. Im letzten Jahr mussten die Gehälter um 36% erhöht werden, wegen der hohen Inflation. Außerdem ist ein Problem, dass viele Ärzte und Health Officers nur zwei Jahre bleiben. Danach bekommen sie von der Universität ihr Diplom ausgestellt und gehen dann in die Welt hinaus. Mindestens nach Addis Abeba, aber viele auch bis nach Amerika. Sie wollen ihr Glück machen. Daraus resultiert, dass oft alte Eltern alleine und unversorgt in den Dörfern zurück bleiben. Dieser Umstand wird auch für die erhöhte Selbstmordrate verantwortlich gemacht, die zu beobachten ist. Die Schwestern in Attat machen sich auch zunehmend Sorgen um das friedliche Zusammenleben in ihrer Region. ca. 85% der Bevölkerung sind Muslime, was nie ein Problem war. Aber in den letzten Jahren haben sich einige radikalisiert und wollen das friedlichen Miteinander verschiedener Religionen nicht mehr tolerieren. Das macht den Schwestern Sorge.

Ein anderes "Sorgenkind" ist das Haus der Schwestern in Addis. Sie werden es aufgeben müssen. Die Regierung will im Zentrum von Addis Abeba nur noch Häuser haben, die mindestens vier Stockwerke haben, besser Hochhäuser sind. Das Haus der Schwestern ist kleiner. Dafür aber voll funktionstüchtig, in gutem Renovierungszustand, was hier nicht selbstverständlich ist und Erdbeben sicher, was am großen Grabenbruch wichtig ist. Das werden die neuen Hochhäuser nicht sein. Für die Regierung ist das aber egal. Das ist schade.

Langsam denkt Sr. Inge mit ihren 83 Jahren offenbar darüber nach, sich aus der alltäglichen Arbeit im Krankenhaus zurück zu ziehen. Sie hat jetzt eine äthiopische Schwester in die Verwaltung eingearbeitet. Ihre erste Feuerprobe erlebt diese wohl genau jetzt, während Sr. Inge in Deutschland ist. Mit ein Grund für Sr. Inges langsamen Rückzug dürfte sein, dass die Verwaltung jetzt endgültig auf Computer umgestellt werden muss. Da will Sr. Inge nicht wirklich dran. Langsam wünscht "Adit", Großmutter, wie die Einheimischen sie nennen, sich eine Atempause. Die hat sie sich verdient.

Bevor Sr. Inge geht, weiß sie noch von einem weiteren Unbill zu berichten: Die Affen-Plage. Süße kleine Äffchen, die ins Haus kommen, alles fressen, was sie finden können, sogar die Blumen im Krankenhaus-Garten. Und dann schlagen sie die Scheiben ein, weil sie sich darin spiegeln und wohl meinen, sie müssten dem anderen, den sie dort sehen, eins auf's Dach geben.

Und so sind auf einmal drei spannende Stunden mit Berichten aus Äthiopien vergangen. Wir verabschieden Sr. Inge und hoffen, dass wir sie in drei Jahren wieder sehen. Dann mit Berichten über das 50 Jährige Bestehen von Attat. Ja, Sr. Inges Baby hat sich gemacht. Wir freuen uns, diese verdienstvolle Arbeit immer wieder unterstützen zu können. Auch das hat Sr. Inge gelobt, wir sind regelmässig, auf uns kann man sich verlassen. Das freut uns.



Kirgisien

Manchmal kann Pizza das größte sein: Im letzten Halbjahr hat uns Post von Elmira Khassanova aus Kirgisien erreicht: der jährliche Fortschrittsbericht des Waisenhauses, dass wir unterstützen. Auch im letzten Jahr waren wieder Studenten als Volontäre im Waisenhaus. Sie kommen regelmäßig, um die Kinder in lebenspraktischen Dingen weiterzubilden. Hier geht es darum zu lernen, wie man vor Publikum spricht, wie man sich Ziele setzt und seine Zeit sinnvoll einteilt, aber auch, wie man sich in verschiedenen Lebenslagen benimmt. Die Kinder mit Behinderung werden dabei extra gefördert. Sie sollen vor allem ihre Feinmotorik verbessern: Sie lernen Stricken, Nähen, Zeichnen oder wie man Postkarten herstellt. Das wichtigste Ziel ist es, alle Kinder in die Gesellschaft zu integrieren. Dieses Ziel verfolgte auch das letzte Sommerprogramm. Hier sollten die Kinder Handarbeiten lernen und wie man Souvenirs und Geschenkartikel herstellt. Das wird ihnen später im Leben helfen.

Besonders stolz sind alle darauf, dass man sich die Anschaffung eines Elektroofens leisten konnte. Dieser Ofen eröffnet nun die Möglichkeit "Meister-Kurse" im Backen zum Beispiel von Pizza oder Plätzchen anzubieten. Vor allem die Kinder lieben den neuen Ofen, denn er gibt die Möglichkeit auch einmal sehr Leckeres zuzubereiten. Normalerweise kriegen die Kinder im Waisenhaus, auf Grund des knappen Budgets, nicht so gute Dinge zu essen. Jetzt ist der neue Ofen der ganze Stolz.





Kassenbericht 2017


Kassenbestand am 1.1.20172.559,44 €
+ Spendeneinnahmen28.484,84 €
- Ausgaben für Projekte Details27.000,00 €
- Gebühren95,56 €
+ Erstattung Gebühren 95,56 €
Kassenbestand am 31.12.20174.044,28 €



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