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August 2015     


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August 2015       

Liebe Spender, Freunde und AR-Interessierte!



Philippinen

Die Weihnachtsfeier mit den Agta Endlich wieder Nachricht von den Philippinen: Nachdem wir lange nichts von unserem Projektpartner, den Schwestern vom Guten Hirten Ilagan, gehört haben, hat uns kurz nach Weihnachten ein umfangreicher Bericht Schwester Minela P. Alvarez über die Arbeit des Ordens erreicht.

Im vergangenen Jahr haben die Schwestern in verschiedenen Pfarrgemeinden sogenannte "Verbindungspersonen" im persönlich-politischen Bereich ausgebildet. Sie sollen sich vor allem um die jungen Leute und deren Belange kümmern.

Darüber hinaus haben die Schwestern ein Programm aufgebaut, dass sich der Bevölkerungsgruppe der Agta widmet. Sie haben in informellen Gesprächen mit Agta-Frauen erfahren, dass diese große Schwierigkeiten haben, ihre Recht wahrzunehmen, da sie meistenteils Analphabeten sind, denn diese Minderheit wird immer noch von der regulären Erziehung ausgeschlossen, da die Schulausbildung elitär in Privatschulen geschieht, auf denen ausschließlich die offizielle Landessprache Tagalog, nicht aber eine ethnische Sprache gesprochen wird, was eine Alphabetisierung unmöglich macht. Um diese Minderheit zu unterstützen wurden Hilfslehrer ausgesucht, die die ca. 30 Frauen an Wochenenden unterrichten und darüber hinaus helfen, die Produkte der bescheidenen Landwirtschaft auf den Märkten anzubieten. Darüber hinaus werden die Bauern über ihre Rechte aufgeklärt. So können sie sich auch bei Fällen von Landraub ggf. selbst helfen. Aktion Regelmässig unterstützt im Wesentlichen den Sozialdienst der Schwestern und die Alphabetisierung.




Äthiopien

April 2015: Ich habe mir einen länger geplanten Reisewunsch erfüllt und habe Äthiopien besucht. Seit ein paar Jahren lebt und arbeitet eine Freundin von mir dort. Nicht nur wollte ich sie wiedersehen, ich wollte auch das Land mit seinen alten Kulturdenkmälern und Unesco-Welterbestätten erkunden.

Und was liegt da näher, als einen unserer ältesten Projekt-Partner, das Krankenhaus in Attat zu besuchen. Gesagt, getan. Wobei, so einfach ist das gar nicht. 180 km auf der Landkarte. Eigentlich gar nicht so weit. Und die Schwestern schwärmten noch so, dass die Straße jetzt neu gemacht sei und man endlich schneller voran komme. Schneller war es. Ich war sicherlich eine der ersten, die diese Reise als Tagestripp machen konnte. Aber schnell war es nicht. Obwohl wir sehr früh, morgens vor 8 Uhr, vor dem Berufsverkehr gefahren sind, haben wir vier Stunden gebraucht. Der Fahrer von Attat hat mich am Haus der Missionsärztlichen Schwestern in Addis Abeba abgeholt, wo ich noch schnell Sr. Inge getroffen hatte, die auf dem Weg zu ihrem Heimaturlaub nach Deutschland war (siehe unten).

Eines der drei Krankenzimmer in Attat Nach fast vier Stunden Fahrt kommen wir pünktlich zum Mittagessen in Attat an. Sr. Rita, die Gynäkologin und Chefärztin führt mich nach dem Essen durch das Krankenhaus. Hier finden gerade umfangreiche Umbaumaßnahmen statt. Das Krankenhaus wird in seiner Größe fast verdoppelt. Jede Menge Neubauten. Die alten Gebäude werden renoviert und für andere Zwecke genutzt. Aus einem Büro wurde die Sterilisation. Die Apotheke ist umgezogen. Hier ist jede Menge in Bewegung und noch lange nicht alles fertig. Für das Labor habe ich aus Deutschland Spezialsalz zur Thyphus-Testung mitgebracht, was hier freudig erwartet wird. (Die Schwestern haben Schokolade und Rosinen bekommen.) Sr. Inge residiert jetzt auch in einem neuen Büro. Ihr (jetzt leerer Schreibtisch) steht in der Mitte eines Großraumbüros. Nach neuesten staatlichen Vorschriften müssen die Verwaltungen heute alle in Großraumbüros untergebracht sein.

Die einzelnen Bereiche des Krankenhauses sind durch lange Gänge miteinander verbunden. Dabei ist es wichtig, dass der Boden aus Stein besteht und alles überdacht ist, um in der Regenzeit dem Wasser standhalten zu können. Während Sr. Rita mir das Krankenhaus zeigt, werden wir immer wieder von Patienten angehalten, die hier und jetzt von Sr. Rita behandelt werden wollen. Diszipliniert weist Sr. Rita sie alle ab. Erst muss man sich vorne in dem schönen neuen überdachten Wartebereich registrieren lassen, bekommt eine Patientenkarte und eine Wartenummer und dann wird man aufgerufen. Wobei das Krankenhaus sehr vielfältig aufgestellt ist. In der Ambulanz können nicht nur kleine Operationen vorgenommen werden, man kann auch den Zahnarzt besuchen oder sich bei psychischen Problemen beraten lassen. Im stationären Bereich können in drei großen Krankensälen jeweils 16-17 Patienten aufgenommen werden. Wer hier neben wem liegt, entscheidet der Zufall, nicht die Krankheit. Auch Privatsphäre scheint hier einen anderen Stellenwert zu haben. Die Betten stehen unmittelbar nebeneinander ohne trennende Vorhänge. Dazu kommt, dass die Patienten in der Regel von einem Angehörigen begleitet werden, denn die medizinische Versorgung ist zwar kostenlos, aber die Beköstigung muss von der Familie geregelt werden. Oft genug schlafen die Angehörigen der Einfachheit halber unter dem Patientenbett, berichtet Sr. Rita.

Schwester Rita und ich Zum Schluss besuchen wir noch die Räumlichkeiten, die eigentlich für die werdenden Mütter vorgesehen sind. Da sich das Krankenhaus auf schwierige Geburten spezialisiert hat, können die Mütter, bei denen Komplikationen zu erwarten sind, sich einige Zeit vor der Geburt in der Klinik einfinden und dort bis zur Niederkunft warten. Gerade hat das Krankenhaus allerdings noch einen sehr ungewöhnlichen Fall, eigentlich zwei, die auch hier untergebracht sind: In der vergangenen Woche haben gleich zwei Mütter Drillinge zur Welt gebracht. Das ist auch hier selten. Sr. Rita sucht noch einen Sponsor, um den Eltern wenigstens eine Kuschenken zu können, damit sie die Kinder besser ernähren können.

Zum Abschluss frage ich Sr. Rita noch, was eigentlich ihre größten Schwierigkeiten hier in Attat sind: Das eine sind die Medikamente. Der Staat hat Medikamenteneinfuhren verboten, mit der Begründung, dass in Äthiopien schließlich alles, was gebraucht wird, produziert wird und die Importe die heimische Pharmaindustrie schwächen. Leider gibt es aber nicht alle Medikamente, die das Krankenhaus braucht. Die andere große Herausforderung, von der Sr. Rita berichtet, ist das medizinische Personal, allen voran die Ärzte. Attat liegt ziemlich auf dem Lande, weit außerhalb jeder attraktiven Stadt und so muss das Krankenhaus relativ hohe Gehälter zahlen, um Ärzte überhaupt halten zu können. Dieses Problem könnte sich verschärfen, denn seit ein paar Monaten ist die Straße zum Krankenhaus geteert und damit kommen immer mehr Patienten nach Attat. Hier muss man sehen, wie die Lage sich entwickelt.

Sr. Rita und ich machen noch ein Foto, dann geht es wieder zurück auf die Straßen. Auch die Rückfahrt dauert fast vier Stunden. Mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages taucht Schwester Inge auf, wir haben es geschafft und sind zurück in Addis Abeba. Ein sehr spannender und lehrreicher Tag für mich.

Anna Brückner




Schwester Inge (Mitte) zu Besuch bei AR

Besuch aus Äthiopien

Seit Anfang April weilt Sr. Inge Jansen auf Heimaturlaub in Deutschland. Aus Anlass ihres 80. Geburtstages fand am 14.Mai ein Dankgottesdienst in St. Ludgerus, Essen Rüttenscheid, statt. Coco Waage und Anna Brückner haben den Gottesdienst und die anschießende Geburtstagsfeier besucht, bei der die vielfältigen Aktivitäten und Verdienste von Sr. Inge gelobt wurden. Am 6. Juni war Sr. Inge auch bei AR zu Gast. Sie berichtete ausführlich von ihrer Arbeit in Attat und von den vielfältigen Schwierigkeiten, die sie im Verlaufe ihrer langjährigen Tätigkeit schon gemeistert hat.



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